Die Zeit unseres Urteils

Liebe Gemeindemitglieder,
mir ist in diesen Tagen beim Aufräumen ein Wort von Alfred Delp in die Hände gekommen. Der von den Nazis verhaftete Jesuitenpater schreibt aus einer engen, dunklen Gefängniszelle in Berlin:
„Es steht schlimm um ein Leben, wenn es die Wüste meidet. Das ist eine der bewussten Befreiungstaten, die der Mensch an sich selbst tun muss, dass er sich immer wieder in der Einsamkeit dem großen Frager und dem echten Anblick der Dinge stellt. Sonst verkümmern die Horizonte und werden die Gehalte zerredet und vertan.“
Seine Worte haben mich provoziert: Der Mensch muss in die Wüste der Einsamkeit gehen, um frei zu werden. Erdrückt nicht eher die Einsamkeit, als dass sie frei macht?
Ich finde gerade jetzt, wo wir Abstand halten, keine Treffen haben, zuhause bleiben, gerade jetzt ist das ein herausforderndes Wort, das mir in die Hände gefallen ist, das ich aber unbedingt als Tagesimpuls bringen möchte, weil in der jetzigen Zeit die Chance steckt: sich „dem echten Anblick der Dinge“ zu stellen.
Das ist nicht einfach. Das macht Angst. Diese Erfahrung machen Menschen in unterschiedlichen Situationen. So hat jemand vor längerer Zeit in einem Brief über seine Beziehung geschrieben: „Ich laufe vor etwas davon, vor dem Blick auf das, was war und was kommt, aus Angst, ich könnte in mir Leere entdecken, aus Angst, es gäbe gar nicht viel zu entdecken.“
In sich Leere entdecken… wieviel wird wohl gerade in Beziehungen über-redet und über-tüncht aus Angst, dass ohne die ständige Ablenkung, ohne die beruhigende Stimme des Fernsehers oder ohne die Musik im Hintergrund ein tödliches Schweigen entstehen könnte.
Gestern Abend hat Papst Franziskus vor dem Petersdom gebetet und den Segen „Urbi et Orbi“ gegeben. Zuvor hat er eine Ansprache gehalten und als Grundlage die Erzählung vom Seesturm aus dem Markusevangelium gewählt. Die Jünger sind mit Jesus im Boot. Ein Sturm kommt auf, aber Jesus schläft. Sie wecken ihn. Jesus gebietet dem Sturm Einhalt. Dann wendet er sich den Jüngern zu und fragt:
„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“
(Mk 4,40)
Papst Franziskus vergleicht die Auswirkungen der Coronakrise mit dem Sturm auf dem See. Er sagte:
„Der Sturm legt unsere Verwundbarkeit bloß und deckt jene falschen und unnötigen Gewissheiten auf, auf die wir bei unseren Plänen, Projekten, Gewohnheiten und Prioritäten gebaut haben.
Er macht sichtbar, wie wir die Dinge vernachlässigt und aufgegeben haben, die unser Leben und unsere Gemeinschaft nähren, erhalten und stark machen. Der Sturm entlarvt alle unsere Vorhaben. (…) Mit dem Sturm sind auch die stereotypen Masken gefallen, mit denen wir unser Ego in ständiger Sorge um unser eigenes Image verkleidet haben. Und es wurde jetzt wieder jene gesegnete Zugehörigkeit offenbar, der wir uns nicht entziehen können: dass wir nämlich alle Brüder und Schwestern sind.“
Und dann nimmt seine Ansprache die Form einer Zwiesprache mit Jesus an. Papst Franziskus sagt:
„Du (Jesus) rufst uns auf, diese Zeit der Prüfung als eine Zeit der Entscheidung zu nutzen. Es ist nicht die Zeit deines Urteils, sondern die Zeit unseres Urteils, um zu entscheiden, was wirklich zählt und was vergänglich ist. Die Zeit, das Notwendige von dem zu entscheiden was nicht notwendig ist; es ist die Zeit, den Kurs wieder neu und auf die Mitmenschen auszurichten.“
Die Theologin Dorothee Sölle, gestorben 2003, bekannt für ihr politisches Denken, schrieb folgendes Gebet:
Unser Gefängnis ist mit dem teuersten
Design tapeziert
unsere Wächter betreuen uns
mit immer neuen Programmen
wir werden gut unterhalten
Mach uns leer Christus
für die andere Freiheit
Hilf uns heraus, Freund aller Geschöpfe
an unserm Haben stirbt das Sein der andern
am Luxus hängt Vergiftung und Ersticken
an unsrer Art zu leben klebt Gewalt
Mach uns frei, Menschenfreund
von allen falschen Wünschen mach uns ledig
vom Schneller, Mehr und Öfter trenne uns
und vom Besitz, der uns besetzt hat
reiß uns los
Laß uns fortgehen mit dir
Hilf uns heraus
Mach uns leer
daß Gott uns füllen kann.
Design tapeziert
unsere Wächter betreuen uns
mit immer neuen Programmen
wir werden gut unterhalten
Mach uns leer Christus
für die andere Freiheit
Hilf uns heraus, Freund aller Geschöpfe
an unserm Haben stirbt das Sein der andern
am Luxus hängt Vergiftung und Ersticken
an unsrer Art zu leben klebt Gewalt
Mach uns frei, Menschenfreund
von allen falschen Wünschen mach uns ledig
vom Schneller, Mehr und Öfter trenne uns
und vom Besitz, der uns besetzt hat
reiß uns los
Laß uns fortgehen mit dir
Hilf uns heraus
Mach uns leer
daß Gott uns füllen kann.
Mir hat in der Ansprache von Papst Franziskus gefallen, dass jetzt „die Zeit unseres Urteils“ ist, „um zu entscheiden“.
„Das ist eine der bewussten Befreiungstaten, die der Mensch an sich selbst tun muss, dass er sich immer wieder in der Einsamkeit dem großen Frager und dem echten Anblick der Dinge stellt. Sonst verkümmern die Horizonte und werden die Gehalte zerredet und vertan“, so Alfred Delp.
Ich wünsche Ihnen und Euch einen frohen Tag!
Ihr Pastor Ferdinand Hempelmann

Rasengrabstellen Bei dieser Bestattungsform sind keine Grabgaben zulässig. Von Allerheiligen bis Ostern dulden wir Grabschmuck, da in dieser Zeit keine Rasenpflege stattfindet. Dem Aufruf zur Räumung sind schon viele gefolgt. Die jetzt noch verbliebenen Grabgaben werden für 4 Wochen zwischengelagert und können auf Wunsch ausgehändigt werden. Dafür bitte im Pfarrbüro melden. Neue Informationen zum Friedhof in Hiddingsel - Erstmal ein herzliches DANKESCHÖN! Im Zusammenhang mit einem Trauerfall haben viele Menschen Geld für die Umgestaltung unseres Friedhofs gespendet. All diesen Spendern möchten wir von Herzen danken! Durch diese Zuwendungen kommen wir unserem nächsten Ziel ein ordentliches Stück näher: ein fest installierter Pavillon, nutzbar für Trauerfeiern, fürs Friedhofscafé oder als Unterstand bei Wolkenbrüchen. Bei dieser Gelegenheit können wir mitteilen, dass nach jahrelanger Bearbeitung (durch Friedhofsausschuss -> Kirchenvorstand -> Zentralrendantur -> Bischöfliches Generalvikariat) unsere neue Friedhofs- und Friedhofsgebührenordnung berechnet und genehmigt wurden. Jetzt warten wir noch auf die Freigabe und Veröffentlichung der Ordnungen für sämtliche Dülmener Friedhöfe. Am Tag des Friedhofs (Sonntag, 5. Juli 2026) werden wir dann hoffentlich unseren Hiddingseler Friedhofsflyer mit Infos über mögliche Bestattungsformen vorstellen können. Anfang Mai wird der Gala-Bauer seine Arbeit mit der Umgestaltung des Platzes vor dem Kreuz beenden. Gleichzeitig wird im hinteren linken Bereich eine dritte Wasserstelle entstehen. Unser Friedhof nimmt weiterhin Gestalt an als Ort der Trauer, der Erinnerung und der Begegnung. Für den Friedhofsausschuss Dorothee Aerdken Hedwig Winkler Elisabeth Hessling

Am Sonntag, 26. April 2026, empfangen 30 Kinder in Buldern ihre erste heilige Kommunion. Am Sonntag, 10. Mai 2026, bekommen 13 Kinder aus Buldern und Hiddingsel ihre erste heilige Kommunion. Seit November 2026 haben sie sich intensiv auf diesen Tag vorbereitet. Gruppen und Katechetinnen aus Buldern und Hiddingsel und haben die Kinder auf dem Weg begleitet. Dafür sagen wir: DANKESCHÖN! Wir wünschen allen Kindern und ihren Familien ein schönes Fest!

Eine Maiandacht feiert die kfd St. Georg feiert am 6. Mai 2026, um 15.00 Uhr in der Kapelle am Haus Waldfrieden. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Die Maiandacht der kfd St. Pankratius findet am Sonntag, 17. Mai 2026, um 16.00 Uhr im Annengarten statt. Eine Maiandacht ist auch für den Seniorennachmittag in Hiddingsel am Donnerstag, 7. Mai 2026, geplant. In Düpmanns Kapelle wird am Donnerstag, 21. Mai 2026, um 19.00 Uhr die Eucharistie gefeiert. Die Anbetung entfällt an diesem Donnerstag. Zu Pfingsten feiern wir am Pfingstsonntag um 9.30 Uhr in St. Georg und um 11.00 Uhr in St. Pankratius eine heilige Messe. Am Pfingstmontag sind alle Gemeindemitglieder des pastoralen Raumes Dülmen zum ökumenischen Gottesdienst in St. Viktor eingeladen. In Buldern und Hiddingsel finden keine Eucharistiefeiern statt. Am 5. Sonntag im Monat Mai feiert der Ausschuss Partnerschaft Grenzenlos einen Wortgottesdienst in St. Pankratius. Herzliche Einladung!

Kirchenmusik mal anders: Bau dir dein eigenes Betätigungsfeld im Pastoralen Raum Dülmen! (m/w/d) Du hast idealerweise ein abgeschlossenes Kirchenmusik-Studium in der Tasche, liebst deinen Beruf, aber hast keine Lust auf starre Vorgaben und verplante Wochenenden ohne Ende? Du bist kreativ, arbeitest gerne mit Menschen und möchtest deine eigenen musikalischen Ideen verwirklichen? Dann bist du bei uns genau richtig! Wir – das sind die vier katholischen Kirchengemeinden St. Viktor, Heilig Kreuz, St. Pankratius (Buldern) und St. Georg (Hiddingsel) – wachsen zu einem neuen, lebendigen Pastoralen Raum in Dülmen zusammen. Für diesen frischen Start suchen wir eine/n neue/n Kirchenmusiker/in, der/die mit uns neue, unkonventionelle Wege geht. Wir bieten dir nicht nur historische Kirchenräume und lebendige Pfarrgemeinden, sondern mit dem einsA auch eine hochmoderne Plattform für innovative Projekte. Hier kannst du Kirchenmusik neu denken, jenseits der Liturgie, mitten in der Stadtgesellschaft und in direkter Nachbarschaft zu Café und Beratung. Klingt nach deinem Traumjob? Dann schick uns einfach eine kurze Nachricht mit deinem Lebenslauf und einem Nachweis deiner Qualifikation ganz unkompliziert per E-Mail zu. Falls Fragen bestehen, kannst du dich gerne telefonisch bei uns melden. Pfarrer Ferdinand Hempelmann: hempelmann-f@bistum-muenster.de | 02590 91720 Kirchenmusikerin Elisabeth Drees: drees-e@bistum-muenster.de | 02594 9597199







